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Erfahrungsbericht 2

Geburt

Bäwähhhhh – der erste Schrei meines Sohnes!

Er lag auf meinem Bauch und wir waren eingehüllt in Liebe und Vertrautheit. Der lange Geburtsprozess und alles andere war vergessen.

Irgendjemand von den vielen Personen im Raum hatte sich soeben auf mich geworfen und so war mein Sohn zwangsweise aus mir hinausgequetscht worden.

Da lag ich also: Mitte Zwanzig, mitten im Studium – mitten in einer

persönlichen Krise.

Meinen Ex-partner hatte ich 8 Monate zuvor das letzte Mal gesehen und keinen Kontakt mehr. Ich war so überglücklich mit meinem Sohn, aber ganz Innen fühlte mich allein und hatte Angst. Trotz Unterstützung von Familie und Freunden sind das wohl nicht die besten psychosozialen Voraussetzungen für einen entspannten Start mit Baby.

 

Zuhause

Die erste Zeit + Erkenntnis „ich habe ein Schreibaby“:

Nach 2 Tagen durften bzw. mussten wir das völlig überfüllte Spital verlassen und ich fragte mich, warum ich keine Bedienungsanleitung für das Kind mitbekommen hatte. Er weinte und schrie und brüllte. Ich trug ihn halb über die Schulter gelegt und wanderte so durch die Wohnung, dadurch war sein Schreien weniger panisch und er konnte ein wenig Erholung finden.

 

Ich fragte den Kinderarzt um Rat doch seine Diagnose lautete „gesunder Säugling“. Na super! Also wanderte ich weiter durch die Wohnung und mir dämmerte, dass mein Sohn vielleicht ein Schreibaby sein könnte.

Es gab weder Tag noch Nacht, kein Morgen oder Gestern, ich war komplett übermüdet, meine Gedankengänge waren schon ganz verschoben, aber ich wollte es meinem Sohn so erträglich wie möglich machen.

Was hat mir geholfen?

Was mir während des „Wanderns“ half, war bewusstes Ein- und Ausatmen.

Das beruhigte mich sehr und so wurde das Tragen meines Sohnes zu einer Art Meditation. Ausserdem stellte ich mir immer wieder all die Mütter auf der ganzen Welt vor, die ebenfalls zur gleichen Zeit ihre Babys umhertrugen – in Afrika, Asien, Südamerika usw. – ich fühlte mich unglaublich verbunden mit diesen Frauen und war irgendwie nicht mehr allein. Vielleicht gerade weil er so viel schrie und weil ich deshalb immer wieder versuchte mich noch mehr auf ihn einzustimmen und einzugehen, entstand eine immer engere Verbindung zwischen mir und meinem Sohn.

Schreiambulanz

Aber ich erkannte „Wir brauchen Hilfe!“. Zum Ratgeberlesen hatte ich keine Zeit und als er 2,5 Monate alt war gingen wir schliesslich in die “Schreiambulanz“. Eine Ambulanz in einem Spital speziell für Schreibabys!! Ich hatte noch nie von so etwas gehört und merkte, dass ich nicht die einzige ratlose Mutter war.

Wir wurden dort richtig aufgefangen. Es war wie eine Erlösung! Der Druck, etwas gegen das Schreien tun zu müssen, fiel weg und auch die persönliche Isolation. Mein Sohn bekam einige Craniosacral-Behandlungen und schon nach einer Woche war alles komplett anders. Er wurde ruhiger und...lächelte!!!

Eine EEH-Sitzung (Erste Emotionelle Hilfe) rundete den Gesundungsprozess ab.

 

Entwicklung

Aber mein Sohn war sehr sensibel auf äussere Veränderungen wie Umgebungswechsel, Menschenansammlungen, Lärm, unbekannte

Menschen und Brei bzw. feste Nahrung verweigerte er komplett (13 Monate!).

Das war ihm irgendwie zu viel an Neuem und wirbelte ihn Innerlich durcheinander.

Es war zum Beispiel auch nicht möglich ihn zu einer Babysitterin geschweige denn in eine Kinderkrippe zu geben. Das hätte ihn komplett aus der Bahn geworfen. Und das blieb auch noch länger so (fast 2 Jahre) obwohl er sichtlich immer mehr Freude am Leben fand.

Plötzlich hatte er dann scheinbar genug Vertrauen und wurde mit einem Schlag sehr selbstständig und -sicher.

 

Happy End

Ich bin unglaublich dankbar, dass es dann ein Happy End bzw. Neubeginn für uns gab und wir nun zu viert das Leben geniessen: Mein Mann (neuer Partner), mein Sohn, unsere Tochter (kein Schreibaby) und ich.