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Depressionen

Welche Anzeichen deuten auf eine Depression hin? 

Das Erscheinungsbild einer Depression ist vielfältig und reicht von erhöhter Ängstlichkeit, Gereiztheit, depressiver Verstimmung mit Stimmungsschwankungen bis zu passivem Rückzug, Antriebslosigkeit und Insuffizienzgefühlen. Häufig gehen diese Symptome einher mit körperlicher Erschöpfung, chronischer Müdigkeit, Ein- und Durchschlafstörungen sowie vermehrtem oder vermindertem Appetit. 

 

An wen soll sich eine Frau wenden, wenn sie befürchtet eine Depression zu haben? 

Es empfiehlt sich, bereits bei einem Verdacht oder bei nur einigen leichten Symptomen, ärztliche Hilfe aufzusuchen. Eine erste Anlaufstelle kann der Hausarzt/die Hausärztin sein. Bei Vorliegen eines eindeutigen depressiven Syndroms kann auch direkt ein Psychiater/eine Psychiaterin aufgesucht werden. Man sollte mit der Inanspruchnahme professioneller Hilfe nicht zu lange warten, denn je früher eine Depression behandelt wird, desto besser ist die Prognose. 

 

Was ist der Unterschied zwischen Erschöpfungsdepression und postnataler Depression? 

Von einer postnatalen Depression spricht man, wenn sie in einem Zeitraum bis ein Jahr nach der Geburt eines Kindes auftritt. Eine Erschöpfungsdepression kann jederzeit dann auftreten, wenn in einer Lebensphase über längere Zeit überdurchschnittliche physische und psychische Anforderungen bestehen. Die Phase nach der Geburt eines Kindes stellt sicher eine überdurchschnittliche Anforderung an die Eltern dar, nicht jede Mutter reagiert jedoch mit einer Depression darauf. Von Depression spricht man dann, wenn eindeutig psychische Symptome wie Ängste, Reizbarkeit, Zwangsgedanken, depressive Verstimmung zur allgemeinen Erschöpfung hinzukommen. Ist eine postnatale Depression nur vorübergehend bis sich der Hormonhaushalt wieder reguliert hat?Die Ursachen für die Entstehung einer postnatalen Depression sind vielfältig. Es gibt keine wissenschaftlichen Befunde, die einen eindeutigen Zusammenhang mit dem veränderten Hormonhaushalt belegen. Man weiss, dass Hormone die Psyche stark beeinflussen, die Beeinflussung ist jedoch von Frau zu Frau sehr verschieden. Deshalb kann der Hormonhaushalt alleine nicht für die Entstehung verantwortlich gemacht werden. Eine postnatale Depression ist eine Depression wie jede andere und dauert, unabhängig vom Hormonhaushalt, durchschnittlich ca. 4-6 Monate, in Ausnahmefällen bis zu einem Jahr. Eine unbehandelte Depression kann länger dauern und einen chronischen Verlauf nehmen. 

 

Hat eine Depression nach einer Geburt etwas mit früheren unverarbeiteten Problemen zu tun? 

Die Ursachen für die Entwicklung einer Depression nach der Geburt sind wie bereits erwähnt, vielfältig. Es gibt wenig eindeutige Risikofaktoren. Eine Frau, die früher bereits einmal an einer psychischen Erkrankung gelitten hat, zum Beispiel an einer Depression, hat ein erhöhtes Risiko, nach der Geburt eines Kindes erneut an einer Depression zu erkranken. Psychische Erkrankungen der Eltern der Mutter oder naher Verwandter gelten ebenfalls als ein Risikofaktor. Nicht zuletzt kann auch eine Emfpindlichkeit auf hormonelle Schwankungen ein Risikofaktor darstellen. Hatte eine Frau bereits vor der Geburt starke Stimmungsschwankungen innerhalb ihres Monatszyklus, deutet dies auf eine erhöhte Emfpindlichkeit auf Hormonschwankungen hin und kann nach der Geburt zu Problemen führen. 

 

Haben Mütter mit Schreibabys öfters Depressionen? 

Ein Schreibaby stellt erhöhte Anforderungen an die Belastbarkeit einer Mutter und muss als zusätzlicher Risikofaktor gesehen werden. Nicht jede Mutter mit einem Schreibaby muss depressiv werden. Zählt eine Frau jedoch aufgrund der bereits erwähnten möglichen Ursachen zu einer Risikogruppe, kann ein Schreibaby das Fass zum Überlaufen bringen. 

 

Haben Mütter mit Depressionen öfters Schreibabys? 

Zu dieser Frage existieren meines Wissens keine Untersuchungen. Es scheint jedoch unwahrscheinlich, dass eine Depression die alleinige Ursache für ein Schreibaby sein kann, da auch das Phänomen der Schreibabys praktisch nie nur eine Ursache hat.

 

Welche Therapien gibt es für Depressionen ? Wie finde ich heraus, welche zu mir passt? 

Die Behandlung erfolgt auf mehreren Ebenen. Bei leichten Formen kann eine Entlastung zu Hause mit familienergänzender Betreuung ausreichen. Bei mittleren bis schweren Formen können eine medikamentöse antidepressive Therapie sowie psychotherapeutische Einzel- und Gruppentherapie eine Verbesserung bewirken. In seltenen, schweren Fällen ist eine stationäre Behandlung der Mutter mit dem Kind unumgänglich. Um herauszufinden, welche Therapie für jemanden in einer bestimmten Situation die Beste ist, empfiehlt sich das Gespräch mit einem Facharzt/einer Fachärztin. 

 

Wie finde ich einen Therapeuten? 

In Zürich und Winterthur gibt es Therapievermittlungsstellen, die man im Internet findet. Es bewährt sich auch, unter Bekannten zu fragen, wer eine Therapeutin/einen Therapeuten empfehlen kann. Häufig arbeiten Hausärzte mit PsychiaterInnen zusammen und können eine Therapie vermitteln. 

 

In welchen Situationen ist ein Antidepressivum sinnvoll ? 

Generell kann man sagen, je grösser die Beeinträchtigungen im Alltag durch die Depression sind, und je grösser der subjektive Leidensdruck ist, desto sinnvoller ist der Einsatz eines Antidepressivums. Trotzdem sind generelle Aussagen dazu schwierig. Es braucht immer ein sorgfältiges Abwägen gemeinsam mit der betroffenen Frau in der jeweiligen Situation. 

 

Kann eine Mutter, die stillt, Antidepressiva nehmen ? 

Grundsätzlich ja. Die Antidepressiva der neuen Generation, die sogenannten Serotoninwiederaufnahmehemmer, gelten als recht sicher. Auch hier braucht es immer eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Abwägung. Auch die grundsätzliche Einstellung der Frau gegenüber Medikamenten spielt eine Rolle. Es gibt Frauen, die von sich aus ein Abstillen vor Beginn der Behandlung bevorzugen. Anderen Frauen ist das Stillen sehr wichtig und sie entscheiden sich für eine Behandlung trotz Stillen. Man kann bei der Einnahme des Medikamentes auf den Stillrhytmus achten, da man weiss, dass die Konzentration in der Muttermilch 6 Stunden nach Einnahme am höchsten ist.

 

Die Fragen wurden durch Frau Dr. M. Abelovsky beanwortet.

Quellen/Links

www.mutterglueck.ch

Diese Seite wurde von einer betroffenen Mutter erstellt. Sie enthält viel Informationen und ein Forum.

www.postnatale-depression.ch

Homepage des Vereins Postnatale Depression Schweiz. Hier gibt es umfassende Informationen zum Thema, Erfahrungsberichte sowie die Möglichkeit für Austausch. Auch finden Sie auf der Homepage eine Liste mit TherapeutInnen welche auf das Themengebiet spezialisiert sind. 

www.depression.ch
www.berner-buendnis-depression.ch